Warum jeder zweite Physio ans Aufhören denkt – und was sich ändern muss
Shownotes
🎙 Podcastfolge: Warum jeder zweite Physio kündigen will – und wie wir das ändern 53 % aller Physiotherapeut:innen denken über einen Berufswechsel nachdenkt.
Eine Zahl, die nicht nur alarmiert – sondern strukturelle Fragen aufwirft. In dieser Episode sprechen wir offen über die Ursachen der Wechselgedanken in der Physiotherapie und darüber, was Praxen, Führungskräfte und die Branche konkret verändern müssen. 🔎 Darum geht’s in der Folge Warum sich viele Therapeut:innen vom Beruf entfremden Wieso Recruiting oft die falsche Zielgruppe anspricht Der Denkfehler hinter „mehr Benefits, weniger Therapie“ Wie Negativkultur und Dauerfokus auf Probleme Motivation zerstören Warum Begeisterung kein Zufall, sondern Führungsaufgabe ist Wie Unternehmen Rahmenbedingungen schaffen können, die echte Wirksamkeit ermöglichen Welche Rolle Verbände und Branche beim Thema Stellenwert spielen 💡 Zentrale Erkenntnisse
- Wir kämpfen oft um die falsche Hälfte. Wer innerlich bereits abgeschlossen hat, wird auch mit besseren Konditionen nicht langfristig bleiben.
- Physiotherapie hat ein Imageproblem – nicht zwingend ein Sinnproblem. Der Beruf ist hochwirksam, aber sein Wert wird gesellschaftlich und intern zu wenig betont.
- Kultur schlägt Benefits. Begeisterungsfähigkeit, Teamspirit und echte Wirksamkeit sind stärkere Bindungsfaktoren als Zusatzaufgaben oder Titel.
- Systeme entscheiden über Motivation. Wenn Therapeut:innen mehr Zeit, bessere Tools und klarere Prozesse haben, steigt die Erfolgswahrscheinlichkeit – und damit die Zufriedenheit.
- Verantwortung statt Opferrolle. Sowohl Praxen als auch Verbände müssen aktiver am Stellenwert und an der Außenwirkung arbeiten. 🎯 Für wen ist diese Folge? Praxisinhaber:innen, die Fluktuation reduzieren wollen Führungskräfte im Gesundheitswesen Physiotherapeut:innen, die sich fragen, wie sie langfristig motiviert bleiben Entscheider:innen, die die Branche aktiv mitgestalten möchten 🚀 Diskussionsimpuls Rekrutieren wir aktuell Menschen, die wirklich für Physiotherapie brennen – oder versuchen wir, Wechselwillige kurzfristig zu überzeugen?
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00:00:00: Sprecher 1 53 % aller Physiotherapeuten denken darüber nach, den Beruf zu wechseln. Ich finde, das ist eine absolut erschreckende Nachricht. Es ist eine erschreckende Statistik. Und in den Podcast heute möchte ich gerne mit Kerstin Fricke, unserer Partnerin, darüber sprechen, welche Erfahrungen sie gemacht hat. Sie sieht, das vielleicht auch wahrnimmt und wie wir als Unternehmen und vielleicht auch als Branche diesem Problem der Abwanderung guter qualifizierter Fachkräfte in andere Berufe entgegnen können.
00:00:29: Sprecher 1 Und darum soll es das gehen.
00:00:34: Sprecher 1 Kerstin, Schön, dass du dir die Zeit nimmst und das auch so spontan. Das einmal so so vorneweg auch für die für die Zuhörer oder Zuschauer, dass man das Du dich einmal kurz vorstellst bist, was du vielleicht auch für eine für eine Position hier hast, für eine Rolle hast. Und dann würde ich das Thema vorstellen. Dann wird man nämlich relativ schnell mitbekommen, warum es wahnsinnig interessant ist, dass du heute hier sitzt.
00:01:01: Sprecher 2 Ja, sehr gerne. Also die Spontanität. Habe mich gefreut und ich finde es ja, ich finde es auch cool, dass ich jetzt hier die erste sein darf, die wir an dem Podcast teilnimmt. Bzw jetzt die erste neue Folge mit drehen darf. Finde ich spannend und stelle mich natürlich gerne erst kurz vor. Also mein Name ist Kerstin Fricke. Ich bin Physiotherapeutin hier bei Entwicklungs und bin.
00:01:30: Sprecher 2 Außerdem habe ich die Rolle der Talentpartnerin, das heißt ich bin für alles verantwortlich, was mit Gewinnung von neuen Mitarbeitenden zu tun hat, aber auch darüber hinaus. Die Begleitung der neuen Mitarbeitenden hier vor Ort im Unternehmen ist, die auch gut ankommen, dass die ins Onboarding starten und bin dann noch mal so ein ja, so ein Partner für lassungsleitungen. Einfach ja für einen guten Start.
00:01:59: Sprecher 1 Das heißt, du hast sehr viel zu tun mit mit Therapeuten, die sich umschauen, die vielleicht einen Jobwechsel in Erwägung ziehen, die sich bei uns bewerben. Und hast du jetzt in den letzten Monaten einiges an Gesprächen geführt? Also ich würde jetzt mal behaupten, zwei oder drei Dutzend ganz zwei Dutzend ganz gewesen sein. Muss mal in die.
00:02:25: Sprecher 2 Ja, ich würde auch sagen knapp. Also ich glaube jetzt nicht drei Dutzend, das ist zu viel. Aber es sammelt sich ja noch einiges. Also man man so rückblickend weiß man, vergisst man das ein oder andere Gespräch vielleicht schon wieder. Oder zumindest, wie viele es dann im Endeffekt waren.
00:02:38: Sprecher 1 Also ja, ich habe. Ich habe jetzt nur geschaut, weil ich glaube in Personen haben wir für den einen Standort 44 Bewerbungen gehabt, was zwecken und das ist jetzt noch gar nicht so lange und für den anderen neun und 20:30 ja dann haben wir natürlich sortiert man von vornherein aus, aber dann hast du doch einiges an Gesprächen. Ja, und das ein oder andere habe ich ja im Vorhinein auch schon mal geführt Bzw.
00:02:59: Sprecher 1 Führe ich ja jetzt auch noch. Und mir ist da eine Sache aufgefallen, eine Zahl auch immer wieder im Kopf geblieben. Und das ist der Grund, warum das so schön ist. Dass wir jetzt darüber diskutieren dürfen ist der ist der Punkt aus den letzten Statistiken, dass etwas mehr als die Hälfte aller Therapeuten der Physiotherapeuten aktiv darüber nachdenkt oder aktiv über einen Berufswechsel nachdenkt.
00:03:23: Sprecher 1 Und das natürlich in einem. In einem Berufsfeld, in dem wir immer wieder Platz 1 bis 3 in den Engpass berufen sind. Also das heißt, es gibt deutlich mehr offene Stellen, die, die es zu besetzen gilt als Kandidaten oder Bewerber in der Physiotherapie, überhaupt als Menschen in der Physiotherapie arbeiten. Und das hat ja für die gesamte Branche eigentlich so zwei, zwei Punkte.
00:03:47: Sprecher 1 Das eine ist, das ist relativ einfach Kunden oder Patienten Patientinnen zu bekommen. Auf der anderen Seite dreht sich natürlich dieser ganze Markt aus Unternehmer Arbeitgeber Sicht darum wie kann ich die guten Fachkräfte gewinnen? Mhm. Und das beobachte ich ja natürlich jetzt schon ein paar paar Jahre und da ist bin ich jetzt mal mit der These aufgeschlagen, die ich gerne in den Raum stellen würde, dass wir, ähm, in der Breite, da will ich gar nicht jetzt speziell von den Viktors sprechen, aber wir sicherlich auch in den letzten Monaten oder Jahren.
00:04:20: Sprecher 1 Ähm. Aber dass die gesamte Branche in der Breite eigentlich um die Leute buhlt, die gar nicht den Beruf des Physiotherapeuten ausüben möchten. Wir wissen, die Hälfte will's nicht. Und ich finde, wir schlagen uns immer wieder mit Angeboten und versuchen auch den Therapeuten schmackhaft zu machen Hey, wenn du zu uns kommst, musst du weniger therapieren. Arbeitest du weniger am Kunden, weniger am Patienten, sondern du hast noch kannst hier Aufgaben haben.
00:04:48: Sprecher 1 Du kannst. Wir schaffen neue Positionen für dich hier. Hier wäre es ganz wichtig. Du hast die Möglichkeit aufzusteigen, was ja auch zum Teil absolut gerechtfertigt ist. Aber wir locken damit natürlich genau die Leute an zu einem Berufswechsel, die für sich denken. Eigentlich finde ich den Job jetzt auch nicht so dolle und dann schaue ich mir mal um, vielleicht ist woanders besser.
00:05:14: Sprecher 1 Und die dann eigentlich so eine Weg von Mentalität haben und deswegen ihren Arbeitsplatz wechseln und denken, ich bleibe jetzt in dem Beruf, weil da wird es besser. Hier kriege ich vielleicht mehr Schmerzensgeld dafür, dass ich den Beruf mache, den ich eigentlich nicht machen möchte, oder hier muss ich den nicht so viel machen. Wer trotzdem bezahlt, oder? Und die werden über kurz oder lang ja trotzdem ausscheiden.
00:05:34: Sprecher 1 Das heißt, das sind eigentlich gar nicht die Mitarbeitenden, die ich überhaupt langfristig ans Unternehmen binden kann. Und ich glaube, dass wir die, die die Physiotherapeuten für das Wort hin, die tatsächlich diesen Beruf immer noch machen und wissend machen und ihn weiterhin machen wollen, dass wir die eigentlich viel besser ansprechen sollten und dass wir das ganz anders machen müssen, als es aktuell am gesamten Arbeitsmarkt passiert.
00:06:04: Sprecher 1 So, weil es mich einfach stört, dass wir den Leuten immer irgendwie mehr geben und mehr und mehr und mehr und man eigentlich so eine Grenze kommt, der Zumutbarkeit oder vielleicht auch über hinausgeht und und wir dann doch nicht die richtigen Kolleginnen und Kollegen anziehen.
00:06:22: Sprecher 1 Und deswegen würde ich gerne das ganze Thema umdrehen und ganz bewusst sagen wir möchten die anderen ansprechen. Und ich bin sogar heute Morgen, als kurz drüber gesprochen haben, dass wir heute Abend reden werden, habe ich ja gesagt. Wir müssen eigentlich alle anderen Positionen.
00:06:40: Sprecher 1 In so einem Unternehmen in der Physiotherapie Praxis unattraktiver machen als den eigenen Physiotherapieberuf. Weil du bist ein bisschen auf die Barrikaden gegangen. Du hast ja auch eine geteilte Position. Aber vielleicht Wie ist dein, wie ist dein Denken dazu?
00:06:55: Sprecher 2 Also ich glaube, dass das ja mehrere Gründe hat, warum man eigentlich das Gefühl hat, man muss jemandem irgendwie ein Extra bieten. Man muss ein besonders tolles Angebot an extra Aufgaben oder an extra. Wurst bieten, damit jemand dann irgendwie kommt Und man hat das Gefühl, man man man kämpft irgendwie um jeden und denkt eigentlich im Nachhinein oder denkt eigentlich ist total schade.
00:07:20: Sprecher 2 Warum muss ich eigentlich darum kämpfen, diesen diesen Job zu vergeben, wo doch eigentlich jemand diesen Job gerne haben wollen sollte? Also eigentlich müsste jemand Bock haben, den Job zu machen und ich glaube, dass man in diese Rolle gedrängt wird. Hat einmal damit zu tun, dass es natürlich ein Fachkräftemangel gibt und das natürlich man sich einfach darum um jeden bemüht, der irgendwie gerne zu einem kommen möchte.
00:07:45: Sprecher 2 Ich glaube, das ist aber eigentlich schon vorher das Problem. Begonnen hat, dass wir uns das so ein bisschen selber kaputt gemacht haben, weil wir über Jahre uns selber, unseren eigenen Beruf irgendwie schlecht geredet haben, was auch viele Gründe hat, sondern dass man natürlich ein paar Rahmenbedingungen, die nicht ganz optimal sind. Es hat lange Zeit sich im Vergütungsspektrum nichts getan.
00:08:07: Sprecher 2 Man hat vielleicht auch das Gefühl gehabt. Man man ist unterbezahlt. Da hat sich ja vieles getan, zum Glück in den letzten Jahren. Aber ich glaube, so dieser Negativfaktor, dass man das Gefühl hat, man ist zwar Physiotherapeut, aber eigentlich ist es vielleicht gar kein cooler Job. Oder es gibt irgendwie was Besseres. Das hat sich, glaube ich, so so festgesetzt bei vielen.
00:08:28: Sprecher 2 Und das finde ich total schade, weil ich finde, wir verkaufen uns selber da auch unter Wert. Also dass wir haben einen coolen Job und wir haben eine wichtige Aufgabe und wir wissen viel und wir können das gut an den Mann bringen und wir können Leuten helfen. Und ich glaube, da fängt es schon irgendwie an, dass wir uns das selber schlecht machen und dass man dann halt irgendwie das Gefühl hat, man hat zu wenig Zeit für die Patienten, man hat eine enge Taktung, man hat irgendwie Stress bei der Arbeit und man möchte irgendwie was machen, was einen vielleicht aus diesem gefühlten Stress ein bisschen rausholt.
00:09:04: Sprecher 2 Ich glaube, das ist der Grund, warum viele, viele da irgendwie extra Aufgaben übernehmen wollen oder so ein bisschen aus dem klassischen Berufsfeld des Physiotherapeuten raus wollen. Und.
00:09:16: Sprecher 2 Ja, finde ich persönlich total schade, weil weil ich finde, wir haben einen richtig coolen Job und dürften das eigentlich auch der Gesellschaft mal ein bisschen besser verkaufen. Und ja, einfach den Stellenwert der Physiotherapie allgemein heben und und einfach auch unsere, ja unsere Arbeit ein bisschen populärer machen. Und dann ist natürlich so klar, wir haben ein paar Rahmenbedingungen, die machen es uns nicht so einfach.
00:09:42: Sprecher 2 Aber ich finde auch, da kann man natürlich immer jammern und sagen ich möchte mehr Zeit, ich möchte, dass das und das besser ist. Ich möchte irgendwie das mehr so machen, wie ich es möchte. Aber ich glaube, dass wir ganz viele Möglichkeiten haben, das tatsächlich in der Praxis besser zu machen. Und ja, das ist ja eigentlich auch das, was man versuchen sollte, zusammen irgendwie anders, anders darzustellen und zu gucken, was können wir denn machen, damit Physiotherapie wieder Spaß macht und damit wir das auch so gemacht werden kann, wie wir Physiotherapeuten das gerne möchten.
00:10:17: Sprecher 2 So, Und dass wir da natürlich in der Werbung zu potenziellen neuen Mitarbeitenden eben auch austreten können und sagen, das ist der Job bei uns, der ist cool und wir wollen, dass du bei uns arbeitest, wenn du da auch richtig Bock drauf hast und auch richtig hinter stehst. Und wir wollen nicht, dass du zu uns kommst, weil du jetzt gerade bei deinem alten Arbeitgeber unzufrieden bist und eigentlich keinen Bock mehr hast, sondern du kannst unzufrieden sein, aber nicht so unzufrieden sein, dass du keine Lust mehr hast, was zu verändern oder was besser zu machen.
00:10:49: Sprecher 2 Und du musst halt oder die Leute sollen Lust haben, da auch noch mal Energie reinzustecken. So, und da ist man ein bisschen in diesem Dilemma. Ich merke das ja auch schnell dann dann hast du einen Bewerber, mit dem hast du gesprochen. Es war eigentlich ganz gutes Gespräch, aber dann ist irgendwie dann doch wieder so ein so ein kleines Aber dazwischen.
00:11:09: Sprecher 2 Warum man dann nicht vielleicht zum Zweiten Gespräch oder Hospitation kommen will, kann sich nicht so richtig entscheiden. Dann vereinbaren Termin, wo man sagt, man spricht in zwei Wochen noch mal, dann ist man in zwei Wochen immer noch nicht weiter und dann rennst du dieser Person hinterher. Und das ist, finde ich auch was. Ja, wo ich eigentlich nicht so viel Lust drauf habe, weil ich denke, wir haben doch hier einen coolen Job.
00:11:31: Sprecher 2 Warum muss ich der Person hinterherrennen? So? Ja.
00:11:35: Sprecher 1 Das ist ganz schön. Also das ist ja ein sehr, sehr, sehr, sehr schönes Beispiel. Es gibt ja verschiedene Gründe, aber das kann man sehr gut als Beispiel nehmen. Wir konzentrieren uns auf die falsche Hälfte. Ja, so ne, ähm. Und das Schöne ist, ich glaube, die, also mindestens die eine Hälfte, die 47 %, die noch im Beruf bleiben wollen aktiv.
00:11:55: Sprecher 1 Sehen. Auch die Schönheit eigentlich, die in dem Beruf liegt, dass man, dass man den den Menschen, den Patienten, den Patientinnen einfach dabei hilft, ihre Lebensqualität zu steigern, wieder Freude an Bewegung zu bekommen, tatsächlich den hilft, ihren Alltag wieder adäquat leben zu können und ja, Leistungsfähigkeit zu verbessern. Und du hast vorhin was was gesagt, dass.
00:12:18: Sprecher 1 In meiner Wahrnehmung wird diese Thematik nach dem Ich bin unzufrieden in meinem Beruf und ich sehe immer das Negative, das vermeintlich Negative, also was ja viele stört in unserem Gesundheitswesen, in der Physiotherapie, da überhaupt in der Therapie ist die Terminierung atik, die erstmal alle individuellen Fälle über einen Kamm schert. So ja muss sie auch irgendwo dass das ist ja verständlich, dass man da eine Struktur reinbringen muss.
00:12:47: Sprecher 1 Aber dieser Fokus auf negative Punkte, finde ich, hat mit der Corona Zeit eigentlich noch mal einen riesen Schub bekommen. Wir wissen noch leben alle deutlich mehr in der digitalen Welt und dort wird es finde ich immer so super einfach dargestellt, wie toll das Leben ist. Man sieht immer nur die positiven Seiten. Das Gras ist auf der anderen Seite immer grüner.
00:13:12: Sprecher 1 So und sei das jetzt irgendwie über Influenza whatever. Aber immer das, was ich nicht habe, will ich ja haben. Ja, und das finde ich generell als Gesellschaft sproblem schwierig. Das soll jetzt gar nicht gar nicht der Punkt hier in unserem Gespräch sein, aber das sind einfach mal Rahmenbedingungen, die wir denken müssen. Und ich glaube, man muss als als Mensch, dass die Entscheidung kann man treffen ist das Glas für mich okay, jetzt ist es mehr als halb leer, ist es halb leer oder halb voll Und und das finde ich ist ist das Thema innere Haltung?
00:13:51: Sprecher 1 Bin ich begeisterungsfähig oder nicht? Ja, weil dieser, dieser Beruf so viele Möglichkeiten bietet, begeistert zu sein.
00:14:01: Sprecher 1 Weil ich weiß, wir haben einen Patienten hier, da habe ich selber unten trainiert. Neuropatient sitzt mit einer.
00:14:12: Sprecher 1 Ich glaube mit einer MS im Rollstuhl und trainiert wie ein wie ein Bekloppter. Also ich habe noch nie jemand so hart trainiert. Also natürlich von außen ist das nicht viel Bewegung, oder ist das jetzt nicht wahnsinnig athletisch, weil er einfach schon so so weit, so weit zurück ist? Aber ähm, der gibt sich so viel Mühe und und und gibt so Gas da nach vorne zu zu schreiten, wo ich das.
00:14:36: Sprecher 1 Das habe ich in meinem ganzen Sport eigentlich kaum so hart trainiert wie der Mann und das und den dann unterstützen zu dürfen dahingehend möglichst lange, lange seine Lebensqualität zu erhalten ist, finde ich etwas, wie man sehr, sehr dankbar sein kann und wofür man sehr viel Energie raus schöpfen kann. Und dann kommt man auf den Punkt, den du hattest die Rahmenbedingungen.
00:14:57: Sprecher 1 So und ich glaube, das ist jetzt die Aufgabe von uns als Unternehmen, von von allen Unternehmen in dem Bereich, sich mal loszulösen von dieser Fragestellung.
00:15:16: Sprecher 1 Wie kann ich innerhalb des Verordnungssystems den Leuten maximal helfen? Die ist wichtig, aber wir kommen immer wieder an die Grenzen von dem System, was nachher alles stört. Und ich glaube, die Aufgabe ist es, den Leuten, die für den Beruf brennen, die Möglichkeit zu bieten, also die noch begeisterungsfähig sind, sie zu begeistern. Und das schaffe ich nur dann, wenn sie das, was sie, wenn sie den Motivator, warum Sie eigentlich den Beruf ergriffen haben, nämlich ich würde mich weit aus dem Fenster lehnen.
00:15:43: Sprecher 1 Und du kannst ja gerne gegen Gegner argumentieren. Ich werde dann Therapeut, wenn ich den Drang habe, anderen Menschen zu helfen. Das heißt, das begeistert mich, das treibt mich an, das will ich tun. Und dann komme ich auf dieses Gesundheitswesen und stelle fest, dass ich mich unter Miene sechs Stück und bei einem kommt der Patient nicht. Und wenn wir es schaffen, als Unternehmen hinzugehen und eine Lösung zu finden, dass man tatsächlich den Menschen helfen kann, sind wir, glaube ich, viel näher daran, wieder eine Begeisterungsfähigkeit zu erreichen.
00:16:18: Sprecher 1 Und ich glaube, wir müssen hier zwei Dinge machen. Zum einen, glaube ich, müssen wir über Aufklärung und auch mal wieder klarstellen, wie wertig und wie wertvoll der Beruf des Physiotherapeuten, der Physiotherapeut eigentlich ist. Und zwar im Kern schon. Ähm, ich glaube, das muss man einfach mal wieder sagen. So jeder Physiotherapeut und jede Physiotherapeutin, die den Menschen hilft, macht einen keinen Job.
00:16:44: Sprecher 1 Und das ist wichtig und fertig. Und es hilft den Leben vieler Menschen.
00:16:50: Sprecher 2 Ja, ich denke, es ist es ja auch noch so, dass wir uns hier sehr stark mit mit so, also mit mit qualitativ hochwertiger Therapie beschäftigen. Also wir haben ja sogar auch noch den den Anspruch ist irgendwie noch besser zu machen oder haben für uns selber auch auch wir möchten das gerne noch mal irgendwie auf eine Ebene höher heben und und haben ja eigentlich für uns schon entschieden, wir können das machen und wir haben eine hohe Qualität und wir machen was Gutes.
00:17:21: Sprecher 2 Und dass man das halt einfach noch mal im Team auch auch oft bespricht, wie cool das eigentlich ist, dass wir da ja schon noch mal ein Chip drauflegen. Sogar noch als die Physiotherapeutin, die vielleicht noch ein bisschen so in ihrem Kämmerlein arbeiten. Und auch deshalb nicht. Schlechte Physiotherapie, das will ich gar nicht sagen. Aber dass wir uns ja sogar schon noch mal anders mit Physiotherapie beschäftigen als so die breite Masse.
00:17:48: Sprecher 2 So. Aber ich glaube auch, dass es ganz wichtig ist, dass man das noch mal sagt, ja, wie wichtig generell physiotherapeutische Arbeit ist und und dass es wirklich was Tolles ist, was wir machen. Jeden Tag und gar nicht, dass es so die besonderen Sachen sind, die man besonders hervorheben muss. Ja, es ist auch cool, wenn jemand ein Konzept für irgendein Therapieverfahren erstellt und das im Team vorstellt.
00:18:11: Sprecher 2 Natürlich ist das cool und da profitieren auch alle von. Aber wofür wir letztendlich ja wirklich leben, sind die Erfolge, die wir am Patienten haben, Dass wir merken, wir haben Patenten, dem ging es schlecht. Der hatte, weiß ich nicht, eine Kreuzbandverletzung und kann jetzt aber wieder seinen Sport durchführen und ist mega happy, dass er wieder sein erstes Turnier gespielt hat oder der MS Patientin nur gerade genannt hast, der wieder in seinem Alltag irgendwie besser klarkommt und das aber für den total wichtig ist, dass man einfach so auch diese kleinen Erfolge noch mal mehr hervorhebt und ja einfach auch noch mal zeigt.
00:18:50: Sprecher 2 Was macht man eigentlich da jeden Tag?
00:18:52: Sprecher 1 Ich finde, da müssen wir Kultur prägend sein. Ja, in meinem Kopf ist gerade so okay. Wir müssen es wieder schaffen, dass Menschen begeisterungsfähig sind für ihren Beruf und dass man einfach mal sagt okay, wie toll es ist. Und da müssen wir mal, finde ich, von außen auch Punkte setzen, dass man begeistert werden kann. So ne, du sprichst es an, also wie können wir Menschen begeistern, die davon begeistert sind, anderen Leuten zu helfen?
00:19:14: Sprecher 1 Indem wir dafür Sorge tragen, dass wir den Leuten besser helfen können. Das heißt, indem wir ein System entwickeln oder ein System nutzen, Technologie nutzen, Prozesse nutzen und den einzelnen Therapeuten einzeltherapie mit einer höheren Wahrscheinlichkeit ihren Patienten oder Patientinnen helfen kann oder auch mehr helfen kann. Das können verschiedene Diagnostik Tools sein, mit denen man erst mal sagt Ist der Start Zustand, mit dem ich dann einen besseren oder gezielter Therapieplan machen kann, zum Beispiel.
00:19:46: Sprecher 1 Es kann aber auch Methoden sein, wie wir es schaffen. Das haben wir jetzt bei uns gerade groß auf der Agenda stehen. Wie können wir die Therapie Dauer verlängern? Weil das ist natürlich ein großer Knackpunkt, dass wir eine Wirtschaftlichkeit in unserem Gesundheitssystem haben, dass wir nicht einfach beliebig Stunden haben, schon für einen, für einen, für einen Patienten. Aber es gibt eben viele verschiedene Kostenträger, die man anschauen kann, die Systeme haben, die parallel laufen, mit denen wir das ist jetzt bei uns gerade der Punkt, mit dem wir die Therapie Dauer eigentlich um 250 % erhöhen können.
00:20:20: Sprecher 1 So, und dadurch wird die Wahrscheinlichkeit ja viel höher, dass ich als Therapeut als in meinen Patienten auch helfen kann. Und ich kann viel besser tun, Würde nicht für jeden reichen. Ich kriege, kann ich jeden heilen, das ist klar. Aber ich kann ich eben darin helfen. Ähm. Aber ich werde viel mehr Menschen besser helfen können. Und ich finde, das ist so ein Punkt.
00:20:38: Sprecher 1 Das muss man als Unternehmen und im Idealfall auch als als Branche oder als Gesellschaft Gesellschaft denken. Wie können wir begeisterungsfähige Menschen auch begeistern von zum Teil eben auch von außen? Ich finde das eine Symbiose und das ist das, was ich jetzt hier auch mir auch wünsche. Dass wir das weiterhin stärker leben, ist dieser Punkt.
00:21:02: Sprecher 1 Die die geteilte Verantwortung in einem Team, in einem Unternehmen, in einer Branche sagen wir alle Spaß dran. Und das hast du gesagt hast hat irgendwie. Jeder hat seine Wertigkeit nicht gesehen und und diese Wertigkeit Wiedersehen sorgt, glaube ich dafür, dass das was, was deutlich besser ist. Ich erinnere mich an Gespräch.
00:21:24: Sprecher 1 Wir hatten mal bei uns. Ich weiß nicht, ob du schon da war. Ich glaube ja. In den Viktors der Woche, wo wir über, ähm, äh, wo jeder eine Patienten Geschichte erzählt hatte, bei beim beim Wochenmeeting und die, die die Coolste, die erfolgreichste. Das, was am meisten bewegt hat, wurde über über Applaus quasi bestimmt, was die beste Geschichte war.
00:21:48: Sprecher 1 Ja, und das ist dann abgeschafft worden und da nehme ich mich so ein bisschen als Unternehmer jetzt in die Verantwortung dafür, weil das Team gesagt hat, wir erzählen noch immer nur über das, was wir eh vom Job her machen. So diese Abwertung einer Tätigkeit, in dem man sagt das ist ja mein Job.
00:22:07: Sprecher 1 Ja, es ist dein Beruf, du hast ihn ausgewählt. Aber, ähm, wenn jetzt ein Lehrer sagt, das ist mein Job, den Leuten, was es bringt, wird das halt nicht so dolle machen zu sagen es ist meine Berufung. Ich liebe es, jungen Menschen etwas beizubringen und in ihnen weg zu ebnen. Und das gleiche ist glaube ich der Punkt. Man, man man stumpft so ab, weil man natürlich viele Menschen sieht.
00:22:29: Sprecher 1 Vielen Menschen hilft aber innezuhalten, muss ich mal kurz überlegen und auch daran zu erfreuen, dass die Person Du hast vorhin gesagt nach dem Kreuzbandriss jetzt wieder Fußball spielen kann. Und wir kriegen ja ganz viele, kriegen Dankeskarten, wir kriegen Süßigkeiten, wir kriegen das. Haben Sie sich mal kurz vor Weihnachten, das wird jetzt wieder ein Gelage hier quasi im in der Küche mit allem Möglichen, was du dann bringen.
00:22:56: Sprecher 1 Aber es sind ja Zeichen der Dankbarkeit. Ja, und dass man diese Erfolge auch wieder feiert und darstellt und, und und. Inhalt um das zu machen. Ich glaube, das ist der erste Schritt, um den Leuten wieder eine gewisse Begeisterungsfähigkeit für ihre Berufswahl zu geben.
00:23:10: Sprecher 2 Ja, also ich glaube auch, man man tauscht sich sogar ja auch im Therapeutenalltag eher über schwierige Fälle aus und über. Über Leute, wo es vielleicht nicht so gut gelaufen ist oder wo man selber nicht mehr weiter weiß und sich versucht, auch mal Hilfe zu holen von von einem Kollegen von der Kollegin. Was ja auch total gut ist und was wichtig ist, dass es geschieht.
00:23:31: Sprecher 2 Aber ich finde es auch wichtig, über die Erfolge zu sprechen, sodass man eben wirklich auch noch mal sagt Ja, ich hatte eine Patientin und das war vielleicht erst mal total schwierig, aber das war so mein Highlight der Woche, das, das war cool und da habe ich irgendwie abends noch mal drüber nachgedacht, als ich zu Hause saß und oder habe das vielleicht meinem Mann abends erzählt.
00:23:51: Sprecher 2 Natürlich keine Namen genannt, aber Patient XY, dem geht es irgendwie plötzlich viel besser und ich bin da irgendwie weitergekommen. Und ich glaube schon, dass das auch total Sinn macht, so was im Team zu teilen als als positiv message, dass man nicht immer nur irgendwie die negativen Inhalte weitergibt, sondern eben, dass man da auch sagt Hey, das habe ich, habe ich jetzt erreicht.
00:24:13: Sprecher 2 Aber genauso erzählt der andere mir dann eben auch eine Geschichte, wo es irgendwie gut gelaufen ist und und wo jemand dankbar war und wo wir das genau gemacht haben, was, was wir machen wollen. Menschen helfen, Menschen langfristig weiterhelfen und und eben auch wieder Freude an Bewegungen und Freude an ihrem aktiven Alltag zu geben. So.
00:24:35: Sprecher 1 Ich glaube, das ist etwas, was?
00:24:39: Sprecher 1 Weiß ich gar nicht, wie das bei dir vom Gefühl her ist. Wie viele Therapeuten Therapeutinnen haben wir, die sich bei uns bewerben, die eher zu der Gruppe gehören? Ich ich bin noch begeisterungsfähig. Und wie viele gehören eher zu der Gruppe? Ich will gehören quasi zu der Gruppe. Ich will weg von etwas. Und wie viele gehören zu der Gruppe?
00:24:59: Sprecher 1 Ich will hinzu, weil ich glaube ich lasse das mal die Frage so stehen Hast du da für dich oder stelle ich sie das erste? Und damit du dir das erste Mal diese Frage, ne.
00:25:12: Sprecher 2 Also ich finde schon, dass das ein großen Unterschied macht. Also viele, die frisch aus der Ausbildung frisch vom Studium kommen, die haben noch diese Begeisterung, die haben noch Bock drauf zu starten und und so ihre ersten Arbeitserfahrungen zu machen und brennen darauf auch ihre neu gelernten Fähigkeiten und und Wissen anzuwenden. Ich finde, es gibt dann an der anderen Seite die Gruppe, wo man so merkt, die sind irgendwie nicht mehr so zufrieden mit ihrem Arbeitgeber, die wollen was anderes, die wollen aber vielleicht auch.
00:25:44: Sprecher 2 Was ganz anderes machen oder suchen sich eine weitere Tätigkeit, sei es jetzt irgendwo als als Dozent, Dozentin tätig oder sind auch mal im Sportbereich irgendwo anders tätig oder versuchen sich auf ganz andere Art und Weise noch irgendwie ein weiteres Standbein zu bauen, weil sie halt irgendwie gemerkt haben, so die Physiotherapie, wie sie die bisher gemacht haben, das ist irgendwie nicht mehr so das, wofür sie brennen.
00:26:07: Sprecher 2 Ich würde sagen, dass das sehr zweigeteilt ist. Also ich könnte jetzt keinen Prozentsatz nennen und sagen, das sind so und so viel Prozent, wo ich sage, die haben eigentlich nicht mehr so richtig Bock. Das kann ich gar nicht so richtig sagen. Aber ja, relativ Relativ gemischt, würde ich sagen.
00:26:24: Sprecher 1 Na gut, das deckt sich ja eigentlich dann auch mit der, mit der mit, die sagt circa die Hälfte ist irgendwo, na ja, ganz im Unternehmen verinnerlicht gekündigt. Aber die sagen ich weiß nicht, ob das der Richtige für mich ist oder würde gerne was anderes machen. Klar, bei den bei den jungen Leuten, die gerade von der Schule davon kommen, da ist die Begeisterung noch da.
00:26:46: Sprecher 1 Wenn wir, wenn wir uns das halt anschauen. Ich glaube, das kennt jeder. Wir haben jetzt über diese beiden Bereiche oder über diese beiden Extremen gesprochen. Da gibt es sicherlich auch viel Grauzone dazwischen. Ähm, aber jeder kennt irgendwie, dass man einen Kollegen oder Kollegin hat, die sagt Oh, das nervt mich, das blöd jetzt schon wieder Patienten oder diese Ich sehe immer wieder auf Instagram die wollen dann wollen witzig sein, sind es vielleicht auch, wo dann der Therapeut freudestrahlend kommt.
00:27:19: Sprecher 1 A ein Ausfall, zusätzliche Pause und dann wird auf die Rezeption geschwenkt, die dann quasi den Termin schon wieder zugemacht haben. Oder Therapeut ist geknickt und wenn ich das sehe, kriege ich persönlich mit. Aber das Kotzen, weil ich sage Nein, wir wollen doch Menschen zusammenbringen, die eben für ihren Beruf auch begeistert sind oder begeisterungsfähig sind. Die sagen Geil, ich kann jemandem helfen.
00:27:45: Sprecher 1 So, und das ist eine Kultur, die wir ja hier formen, so, die müssen wir unterstützen. Ja, du hast es, hast es gesagt durch, durch, durch Maßnahmen. Wie können wir den Leuten besser helfen? Wie können wir auch interessante Tätigkeiten mit ein mit einbauen? Interessant also auch auch andere, ne, also das das ist ja auch mal so ein Punkt, das ist auch vorhin gesagt, dass das alle oder dass das einige irgendwie was anderes machen wollen und dann, dass wir aber die Tätigkeit an sich, den Menschen helfen zu können, das eben durch Zeit Quest wird man vielleicht nennen erweitern.
00:28:26: Sprecher 1 Aber was ist denn so der Punkt, wenn man sagt was wäre für dich der die ideale Person, die, die du wahnsinnig gerne begleiten würdest auf ihrem Weg dahin, das Beste ihrem Physiotherapie Leben zu machen? Als Physiotherapeut? Was deine Partnerin bist du nicht nur fürs Recruiting zuständig, sondern auch für die, die Entwicklung der Kollegen und Kolleginnen als als begleitende Person in den Niederlassungsleiter, dass es gesagt Wen willst du denn da gerne begleiten?
00:28:57: Sprecher 1 Das soll ja auch Spaß machen.
00:28:58: Sprecher 2 Ja, also den möchte ich gerne begleiten. Natürlich jemanden, der motiviert ist und und dafür brennt, was er tut und dass man natürlich immer wieder auch schaut, oder Das macht mir persönlich auch Spaß, jemanden in seiner persönlichen Entwicklung begleiten zu können, dass man eben schaut okay, jemand interessiert sich mehr für für den Bereich, weiß nicht, Sportphysiotherapie oder mehr für den Bereich neurologische Patienten.
00:29:26: Sprecher 2 Dass man da natürlich auch zusammen irgendwo so einen Weg baut, der für denjenigen auch passt, damit die Person auch begeisterungswürdig oder begeisterungsfähig bleibt. Und.
00:29:40: Sprecher 2 Ich finde es halt auch immer schwierig. So ist es ist nie alles gut an einem Arbeitstag, es ist auch nie alles gut an einem Arbeitgeber. Es ist nie alles gut an einem Team. Aber ich finde halt, dass man da wirklich sehen muss. Die positiven Dinge, die es überwiegen, also dass man sagt, was für coole Möglichkeiten man man hat im Therapeutischen, aber auch im Team, dass man eben wirklich auch Lust hat, an einer Sache mitzubauen, dass man zusammen Therapie besser machen möchte, dass man aber auch ein Unternehmen weiterbringen möchte, weil man sich als zugehörig empfindet.
00:30:19: Sprecher 2 Ja, also ich finde, das ist ja immer auch eine Teamleistung, wenn wenn es einer Praxis gut geht, wenn eine Praxis eine gute Reputation hat, also man Patienten gewinnen kann, die zu einem kommen, weil sie wissen, wir machen unseren Job gut. Also ich habe gerne eine Person, die Lust hat, sich einzusetzen, die nicht immer alles, jede kleinste negative Nuance so direkt den ganzen Tag zusammenbrechen lässt oder das, wo dann immer direkt als schlecht ist.
00:30:53: Sprecher 2 Also tue ich mich schwer mit, sondern dass man irgendwie auch mal sagt komm, ist jetzt heute doof gelaufen, aber morgen ist auch wieder ein neuer Tag und morgen habe ich wieder die Energie, da reinzugehen und und wieder positiv die Dinge anzugehen. Also ich glaube das ich letztens noch zu meinem Sohn gesagt, weil der ist gerade in die Schule gekommen und dann hat er Vater die Schule immer blöd und wollte ja nicht in die Schule und ich meine kleine sechs jähriges Kind.
00:31:20: Sprecher 2 Dem kann man natürlich noch nicht alles erklären. Aber ich habe dann auch zu ihm gesagt Hör mal, wenn du immer sagst, alles ist doof, dann machst du dir das Leben selber schwer, weil dann wirst du es auch als doof empfinden. Ja und wenn du selber positiv rangehst und sagst Hey, das war doch heute eigentlich ziemlich gut und das und das hat mir Spaß gemacht, dann machen dir die Dinge auch viel mehr Spaß und dann hast du selber im Endeffekt auch viel mehr davon.
00:31:44: Sprecher 2 Ich finde, das ist ja oft. Die Dinge sind oft so, wie man sie sich selber macht und das hat ganz viel in der Grundeinstellung zu tun. Und ich würde mir eben von von Mitarbeitenden wünschen, dass sie diese positive Grundeinstellung mitbringen und auch die Fähigkeit haben.
00:32:04: Sprecher 2 Ja auch mal mit mit blöden Situationen umzugehen, die aber dann auch gut gewesen sein lassen und und dann am nächsten Tag wieder das Positive sehen und halt auch die Energie haben, das zu tun. Und ja, also das finde ich, es ist ganz, ganz wichtig, so diese Grundeinstellung da einfach auch Lust zu haben, sich einzusetzen, sich selber weiterzubringen, aber auch ein Team weiterzubringen.
00:32:31: Sprecher 2 Und daraus kann man dann ganz viel machen. Also dann kann man immer schauen, wie passt es für die Person vielleicht noch mal besonders was, was gibt zu, die vielleicht für eine besonders besondere Aufgabe, wo die Lust drauf hat Und dann kann man ja auch immer noch mal zusammen Dinge formen. Aber wichtig ist schon mal so die Basis.
00:32:51: Sprecher 1 Ja, ähm, ich versuch's mal so von maximal kurz und knapp. Du sagst mal, ob das stimmt oder nicht. Ähm, Menschen, die noch begeisterungsfähig sind für ihren Beruf, für ein Team und für die Aufgabe, die sie in der Gesellschaft haben. Ja. Und die eine gewisse Resilienz haben, auch mal gegen Widerstände oder über Widerstände hinaus zu agieren, weil dann und das ist nicht, also passt.
00:33:22: Sprecher 2 Das ja, das passt auf jeden.
00:33:23: Sprecher 1 Fall, weil dann, dann ist die Aufgabe eigentlich ganz gut, weil ich finde, die Aufgabe des Unternehmens ist dann diese Menschen, die die, die das Potenzial mitbringen, ähm, dann auch zu begeistern durch das System, was eben auch außerhalb des aktuellen Gesundheitssystems funktioniert und dann den Patienten in dem Fall maximal zu helfen. Was müsste vielleicht, dass wir da so ein bisschen Richtung Ende kommen?
00:33:52: Sprecher 1 Was müsste. Was bist du denn? Die Verbände bei uns machen Aber denen jetzt mal noch eine nette Botschaft mitgeben und sagen okay, das würden wir uns als Therapeuten in deinem Fall oder als Inhaber in meinem Fall wünschen, dass ihr das stärker nach außen tragt, weil das ist die stehen ja für uns. Ich meine, wir haben ein paar große Verbände, sind aus meiner Sicht leider nicht verkatert.
00:34:17: Sprecher 1 Ähm, aber die müssen ja trotzdem unsere unsere Wünsche nach außen tragen. Gibt es. Gibt es da etwas, was du denen gerne sagen würdest?
00:34:24: Sprecher 2 Also ich glaube, es wird schon einiges getan. Also ich glaube wichtig wäre einfach, dass Physiotherapeuten mehr Verantwortung bekommen oder mehr Entscheidungsspielraum bekommen. Wir haben das jetzt zum Teil schon mal über eine blanke Verordnung für die Schulter bekommen und ich würde mir wünschen, dass das einfach noch mal auf breiter Ebene vorangebracht wird. Also dass man einfach den Stellenwert der Physiotherapie innerhalb der Gesellschaft noch mal noch mal hebt.
00:34:55: Sprecher 2 Also das, dass wir zeigen dürfen, was wir können und dann fühlt das glaube ich auch automatisch mit sich, dass das dann die Breite der Masse der Physiotherapeuten sich auch mehr wahrgenommen fühlt und mehr wertgeschätzt fühlt und dann entsprechend auch wieder mehr Begeisterung für ihren Job hat. Also ich glaube, dass das das wir auf jeden Fall wichtig, dass man da weiter daran arbeitet zu schauen, wie wertet man diese Therapie insgesamt auf, was, was kann man für.
00:35:27: Sprecher 2 Wie kann man das anders darstellen? Das läuft ja auch schon über einen Teil irgendwie, dass man überlegt. Akademisierung? Ja. Nein. Geht man ihnen darüber, kann man Stellenwert, auch wenn das vielleicht an der Therapie Qualität selber nicht wahnsinnig viel ändern würde. Aber da gibt es verschiedene Hebel, an denen man sicherlich noch mal drehen könnte, um einfach ja, den Stellenwert innerhalb der Gesellschaft oder das Gesundheitssystem von Gesellschaft auch, aber natürlich erst mal im Gesundheitssystem zu geben.
00:36:00: Sprecher 2 Mhm.
00:36:02: Sprecher 1 Finde ich nicht schön. Eine Sache ergänzen dürfte zum Schluss.
00:36:09: Sprecher 1 Spricht jetzt von Stellenwert. Ich glaube auch, dass das Thema ich glaube das stellen wir jetzt sehr hoch ist, nur eben nicht wahrgenommen wird. Ja, ich würde mir wünschen, wenn ich jetzt wieder rum fahre. Ich meine, wir haben bei der Bundeswehr Nachwuchsprobleme. Das sind ungefähr genauso viele Menschen, wie wir an Therapeuten haben in Deutschland. Und gefühlt ist in jeder Großstadt überall Bundeswehr Plakate.
00:36:30: Sprecher 1 Ähm, was ich total geil finde wäre, wenn wenn wir die Verbände zusammenkriegen und sagen wir machen mal genau dieses Thema, ähm Stellenwert in der Gesellschaft wieder zeigen und nehmen ein paar Euro in die Hand als als Gesamtverbände oder als gesamt gesamte Branche und versuchen darüber langfristig unseren Fachkräftemarkt vielleicht auch zu verändern und dafür Sorge zu tragen, dass auch in Zukunft, auch wenn die Babyboomer in Rente gehen, die Therapie gesichert ist, indem wir das der gesamten Gesellschaft zeigen, wie toll der Beruf sein kann.
00:37:05: Sprecher 1 Die machen es vielleicht nicht optimal, aber das ist ein erster Schritt. Ja, das war da reingehen können. Dann lassen wir das Schlusswort stehen. Ja.
00:37:14: Sprecher 2 Danke, dass ich heute dabei sein durfte. Mir hat das viel Spaß gemacht. Ich bin gespannt, was daraus wird und hoffe, dass ganz viele Leute sich das anhören. Und ja, das ist.
00:37:24: Sprecher 1 Ganz gut. Zumindest die richtigen.
00:37:25: Sprecher 2 Genau. Ja, danke.
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